Für mich war die letzte große Regatta in diesem Jahr das Dümmerfinale am ersten Oktoberwochenende. Diesmal waren neben 34 Piraten auch 18 Conger und 11 Vauriens gemeldet, sodass sich insgesamt rund 120 Segler auf dem Gelände des SVH in Hüde tummelten. Für das Wochenende war herrliches, wenn auch windtechnisch eher bescheidenes, Herbstwetter vorhergesagt sodass ich mich am Samstagmorgen mit etwas gemischten Gefühlen aus Münster auf die kurze Reise zum Dümmer aufmachte um dort meine Steuerfrau mitsamt Boot anzutreffen.
Der YES oder auch Pfingstbusch ist eine feste Regatta in unserem Terminkalender und das mit gutem Grund, drei Tage Regattasegeln auf der Ostsee vor Kiel Schilksee, eine professionelle Wettfahrtleitung und zudem auch viele Segler aus anderen Bootsklassen.
Die Anreise erfolgte wie gewohnt am Freitag, da es am Samstag schon um 13 Uhr losging. Teilnehmer kamen aus Berlin, Bremen, Hamburg, Schleswig Holsten, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Zu unserer Freude sollten wir auch am Samstag und Sonntag getrackt werden. Die Tracker konnten wir Samstagmorgen abholen, leider kam es dabei zu Verzögerung, sodass einige ihre Tracker nicht mitnehmen konnten um rechtzeitig beim Start zu sein, die Stunde Anreise zur Bahn Echo.Die weitere Wasseranreise ist es aber Wert um das volle Potenzial der Ostsee ausnutzen zu können, freien Wind und Wellen sowie wenige Fahrtensegler in der Nähe der Bahn. Zu aller Überraschung haben alle, die früh ausgelaufen sind und keinen Tracker dabei hatten, ihren von einem Begleitboot nachgeliefert bekommen.
Apropos Wind, dieser war in der ersten und zweiten Wettfahrt leider noch sehr schwach. Dafür gab es aber jedenfalls Sonne und eine ordentliche Welle, was das Segeln sehr anspruchsvoll gestaltete. Zu der dritten Wettfahrt frischte der Wind auf.Die Bahn haben wir uns mit 20 420ern geteilt, all die anderen 420er nahmen in diesem Jahr zu der parallel ausgetragenen Deutschen Meisterschaft teil. Somit war viel Platz auf der Bahn vorhanden. Zu unserer eigenen Überraschung kamen wir mit dem leichten Wind besser klar als mit dem anschließend stärker werdenden, in den letzten Jahren war das immer anders herum.
Das Saisonhighlight ist für mich oft keine Deutsche oder Europameisterschaft. Die Regatta, auf die ich mich jedes Jahr am Meisten freue, ist die Uckermark Open in Prenzlau. Warum? Weil jedes Jahr eine rundum gelungene Veranstaltung geboten wird. Für 30 Euro bekommt man 6 Wettfahrten, zwei üppige Abendessen und eine unvergleichbare Abendveranstaltung. Durch die fleißige Mithilfe der Vereinsmitglieder wird immer eine tolle Atmosphäre geschaffen. Das fängt bei der Ankunft und Anmeldung an (diesmal gab es als Gastgeschenk große blaue Badehandtücher) und geht über den Slip-And-Sail-Service (damit wir beim Slippen auch bloß nicht nass werden) bis hin zur vereinseigenen Band. Dieses Jahr sind Anton und ich schon relativ früh in Prenzlau angekommen, sodass wir am Freitag noch das Boot aufbauen und im Hellen eine Runde segeln gehen konnten. Dabei bemerkten wir, dass der Prenzlauer Slipservice tatsächlich ein Segen ist. Denn um bei dem niedrigen Wasserstand alleine aus dem Hafen zu kommen, muss man eine Menge Zeit und nasse Klamotten einplanen…Zurück an Land schnell noch das Zelt aufgebaut und dann ab zum Abendessen. Zum Begrüßungsabend tischen die Mitglieder des Segelclubs Rot-Weiß Prenzlau immer ein reichhaltiges Buffet auf. Hier wird man satt!