In der 3. Wettfahrt am zweiten Segeltag flog ein Feld von 20 Booten teilweise in der Vollglitsch an dem bis dahin souverän segelnden und führenden Team von Martin und Andreas vorbei. Mit herunterhängendem Spinnaker konnten sie sich nicht wehren. Andreas habe ich bis zu diesem Moment noch nie vor Frust auf dem Boot schreien hören. Wir hatten viel Mitgefühl mit der Situation und mussten deshalb mindestens den Bericht schreiben.
Die IDM hatte viel zu bieten – an Booten, an Bedingungen, an Landschaft. Aber zum Anfang: Wir sind das erste Mal am Werbellinsee, er ist für aktiven Urlaub bestens geeignet und landschaftlich ein kleines Paradies. Als Revier für eine Meisterschaft ist es eventuell kein Paradies. Aber wenn man mich fragt, würden wir unsere Meisterschaft vermutlich jedes Jahr im Oktober bei mindestens 12 Knoten Wind in Warnemünde abhalten. Dementsprechend gehören solche Reviere, in denen der Pirat so zu Hause ist wie beim SV Stahl-Finow e.V., definitiv dazu.

Zum Segeln: Ich sag mal so – ein Practice Race hätte uns, vielen anderen und auch der Wettfahrtleitung gutgetan. Die Bedingungen waren für alle Beteiligten schwierig. Nach mehreren Versuchen eine Wettfahrt zu starten, die durch Winddrehungen abgebrochen wurden, starteten wir dann bei deutlich unter 4 Knoten in die 1. Wettfahrt.
Bei uns ging es gnadenlos schlecht los. Erst Start in der 3. Reihe. Dann irgendwie mit einem Rechtsdreher und einer Bö in akzeptabler Position an die Luvtonne gemogelt. Danach keine gute Lücke gefunden, mit fünf anderen Schiffen zum Stehen gekommen und dann noch eine Wende zur Ablauftonne…. Da war ein Teil des Feldes gefühlt schon an der Leetonne. Anschließend viel Arbeit um vorm erst Holzboot ins Ziel zu kommen. Unsere Glückwünsche an der Stelle an Carsten Clauser und Kevin Schöck !
Die zweite Wettfahrt begann mit einer besseren Startposition. Wir konnten mit vielen anderen direkt wenden und von der linken Startlinienseite mit einem Anlieger zur Luvtonne fahren. Ein Problem gab es allerdings: Team Theuerkauf in Luv hatte den besseren Start, da sie sich kurz vor dem Start mehr Schwung für die Wende holen konnten. Im Nachhinein hätten wir die Lücke nach Luv gegen Team Theuerkauf viel stärker verteidigen müssen. Die Lücke nach Luv für die direkte Wende nach dem Start hätten wir niemals aufmachen dürfen. Die Folge war, dass wir von unten abgeklemmt wurden. Von oben konnten ein paar Teams über uns rüberfahren. Aufgrund des Anliegers zur Luvtonne war keine Wende möglich. So wurden wir brutal nach hinten durchgereicht. Zu dem Zeitpunkt konnte keiner wissen, dass dieses Rennen vermutlich die Meisterschaft für Team Theuerkauf bedeutet und für uns die Vizemeisterschaft.
Anschließend ließ der Wind keine weitere Wettfahrt zu. Damit sind wir wieder am Anfang dieses Berichts und beim zweiten Wettfahrttag angekommen. Das entsprechende Rennen wurde nicht abgebrochen, allerdings im Anschluss nicht gewertet. – Für das Rennen hat Julius noch seine 2 Wochen alte Sonnenbrille an Luvtonne versenkt…
Die Leistung der Wettfahrtleitung war an den ersten beiden Tagen sicherlich diskutabel. Der Wunsch nach Verbesserung wurde nicht nur von den Teilnehmer*innen geäußert, sondern auch von der Wettfahrtleitung selbst. Wichtig finde ich dabei, nicht zu vergessen, dass es sich um eine ehrenamtliche Leistung handelt, für die wir sehr dankbar sind. Das gilt ebenso für die Jury und die vielen anderen ehrenamtlichen Helfer*innen.

Wir schafften es, unsere Strategie mit guten Starts aus der linken Mitte durchzusegeln. Mit gutem Bootsspeed und einem guten Auge für Böen und Dreher auf dem Vorwindkurs hatten wir in jedem Rennen des Tages Zugriff auf das Geschehen. So konnten wir uns wieder in die Nähe des Treppchens bringen. Aufgrund der ersten beiden Wettfahrten hatten wir nicht selbst in der Hand, welcher Platz es wird.
Zur Wahrheit gehört auch, dass wir in der 3. Wettfahrt einen Rechtsdreher auf der Startkreuz verpassten. Auf der zweiten Kreuz segelten wir dann mit einem Extremschlag und dem Rückdreher über die linke Seite vom zwanzigsten auf den dritten Platz.
Der Meisterabend toppte mit Livemusik und dem Buffet die Abende davor noch einmal. Das Gurkenglas musste ebenfalls ein paar Mal aufgefüllt werden.
Wir gratulieren den Siegern Nils und Stefan Theuerkauf, Martin und Andreas Ebel zum dritten Platz sowie allen weiteren Platzierten. Natürlich auch dem besten Frauen Team mit Christine Ernst und Nadine Edinger sowie dem besten Jugendteam Timm Felderhoff und Jonas Bodden.
Am Ende möchte ich noch ganz norddeutsch sagen: Lieber SV Stahl Finow e.V., lieber Christian, lieber Christopher – das war jantz rund.