Die Baltische Seglervereinigung vom Steinhuder Meer war in diesem Jahr Ausrichter der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Das Novum, gleichzeitig die IDJM durchzuführen, verband auf dem tollen Vereinsgelände des BSV einerseits die gewohnt gelassene Gemütlichkeit bei den Senioren mit der andererseits ausgelassenen Stimmung im Bereich des Jugend-Basislagers. Vom Zeitgenannten bekamen wir auch gleich in unserer ersten Nacht im Zelt einen guten Vorgeschmack, so dass wir uns genötigt sahen, uns morgens mit Sack und Pack hinter mehreren Schallmauern neu in Stellung zu bringen. Dennoch hat sich gezeigt, dass eine gemeinsame Veranstaltung hervorragend funktioniert und “ Jung und Alt “ seht gut miteinander harmonieren.
Da Susa leider verletzungsbedingt noch pausieren muss ( auf diesem Wege gute Besserung ) habe ich ( Lolek ) meinem Freund Jens zugesagt, als Schotte einzuspringen. Dass dieser Job gleichzeitig mit Bericht schreiben verbunden sein wird, war so eigentlich nicht geplant.
Die Registrierung und Vermessung liefen dank super Organisation völlig entspannt ab. Stimmung gut, Wetter toll – lediglich die Windvorhersage sah nach sehr leichten Bedingungen aus. Das spielte natürlich solchen “Fliegengewichten“ wie Jens und mir in die Karten.
Nach der Eröffnung wollte uns der Wettfahrtleiter Axel Busch mit seiner Crew am Mittwoch bei 2-3 Bft. Um 14:00 Uhr auf den ersten Kurs schicken. Dass dazu mehrere Startversuche erforderlich wurden, zeigte die große Anspannung unter den Aktiven vor dem Saisonhöhepunkt.
Ein sehr enges Feld, mehrere Positionswechsel an der Spitze und letztendlich unser erster Wettfahrtsieg hielten den Adrenalinspiegel hoch. Platz zwei für Hegi, dritte Svenja und Butze, dahinter Heino/Jörg, dann  Thomas/Frank vor Ines und Harpo.

2. Wettfahrt – ähnliche Bedingungen. Ines und Harpo zeigten dem Rest des Feldes, wie man nach einem sauberen Leestart einen sicher verwalteten Sieg nach Hause bringt. Auf den weiteren Plätzen wieder Hegi/ Matthias, bärenstarke Andreas/Martin, gefolgt von Svenja / Butze und Daniel mit Fredi.

Auch wir waren mit Platz 9 hoch zufrieden.
In der dritten Tageswettfahrt sahen Ines und Harpo zunächst wie die souveränen Sieger aus. Groß war dann an Land die Überraschung, dass sie genau wie Nadine und Amelie der Flagge “U“ zum Opfer gefallen waren. Auch der eingereichte Protest änderte letztendlich bei beiden nichts an der Wertung “UFD“. Diese Wettfahrt gewannen nun Simone und Silke vor Svenja und Butze sowie Daniel und Fredi. Wir wurden Achter.
Am Donnerstag hielt Rasmus sein Versprechen und legte den ganzen Tag eine Pause ein. Das Warten an Land war wie immer für alle Beteiligten etwas nervig, aber nicht zu ändern. Die Zeit wurde mit Baden, Klönen oder Wikingerschach trotzdem bei guter Laune verbracht. Statt der erwarteten Piratenkulisse konnte man nun von der Vereinsterasse auf dem Wasser Stand-Up-Paddler, Surfbretter, übergroße ( vermutlich genmanipulierte ) goldene Schwäne und Palmeninseln bis zum karibischen Sonnenuntergang sehen. Der leckere Nachmittagssnack mit Leberkäse war eine willkommene Stärkung.
Am Freitag wurde der ursprünglich für 10:00 Uhr angesetzte Start verschoben. Mittags setzte plötzlich leichter Wind ein und Axel gab sofort Signal zum Auslaufen.
In der folgenden 4. Wettfahrt haben Jens und ich das Steinhuder Meer nicht mehr verstanden und gingen als 25. Auf die Zielkreuz. “ Abhaken und Streicher verbuchen“ dachten wir zunächst. Doch die Entscheidung nach der Schönfeld´schen Devise GANZ ALLEIN LINKS sollte die richtige gewesen sein. Das vordere Feld staunte nicht schlecht, dass wir uns noch auf Platz 11 ins Ziel hangelten. Peter und Peter verbuchten ihren ersten Sieg, Zweite wurden Björn und Marc, gefolgt von Svenja / Butze und Simone / Silke. Mit dieser Wettfahrt konnte Axel aufatmen, hatte er damit doch die Meisterschaft formell im Kasten.
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In der 5. Wettfahrt führten Daniel und Fredi lange das Feld an. Nachlassender Wind führte zur Bahnverkürzung und die beiden Peter´s nutzten ihre Chance, um mit einigen Zentimetern Vorsprung ihren zweiten Sieg einzufahren. Daniel/ Fredi auf Platz 2, Bärchen und Olli Dritte und wir vor Svenja / Butze auf Platz 4.
Bei noch segelbaren Verhältnissen folgte gleich im Anschluss die 6. Wettfahrt. Eigentlich war uns der Start recht gut gelungen. Aber Jochen schickte uns in der Nachstartphase auf die rechte Kursseite. Und das war gut so. An Tonne 1 kamen wir hinter Thomas und Frank als Zweite an. Die beiden hatten offensichtlich die Änderung der Segelanweisung nicht bis zum Ende gelesen und wollten die Ablauftonne ignorieren. Erst ein lautstarker Hinweis von Jens brachte sie wieder auf den richtigen Kurs. Wir rutschten durch und die beiden setzten sich knapp vor Heino und Jörg wieder in Position. Weiter abflauender Wind führte auch in dieser Wettfahrt zur Bahnverkürzung. Riesenjubel bei uns an Bord über unseren zweiten Wettfahrtsieg. Zweiter die Schneider´s Dritte Ines und Harpo vor Björn und Marc sowie den beiden Peter´s. Svenja und Butze, bis dahin mit einer überragenden Wettfahrtserie, machten es mit Platz 23 noch einmal spannend. Simone und Silke, nach dem ersten Wettfahrttag noch voll auf Medaillenkurs, mussten ihre Hoffnungen aufs Treppchen begraben.
Nach nunmehr 6 Wettfahrten mit einem Streicher führten Svenja/Butze mit 17 Punkten vor Peter/Peter ( 22) gefolgt von uns ( 23 ) und den Schneiders (25 ). Ines/Harpo mussten die Meisterschaft aus privaten Gründen auf Platzfünf liegend verlassen. Auf Rang 6 folgten Andreas und Martin, die bis dahin einen starken Eindruck hinterließen.
Am Samstag warteten wir vergeblich auf stabile Windverhältnisse. Aber nachdem wir zwei Anläufe auf eine 7. Wettfahrt machten, war das ausgeschriebene Zeitlimit erreicht und wir wurden wieder in den Hafen geschleppt.
Die Meisterschaft fand mit Svenja und Butze einen würdigen Sieger. Dieser Titel fehlte Svenja noch in ihrer großen Sammlung und wir hoffen, dass das “ Gurkenfass“ noch in das BILLY-Regal passt.
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Große Freude bei den Güstrower Seglern. Peter und Peter konnten endlich ihren Meisterschaftsfluch des ewigen 4. Mit der Silbermedaille brechen. Beinahe wären wir sogar bei der Siegerehrung mit Silber dekoriert worden, aber Axel fiel es gerade noch rechtzeitig auf. Die wohl glücklichsten Bronzemedaillengewinner aller Zeiten sind vermutlich Jens und ich. Auf der Heimfahrt in den Hafen bekam ich die Freudenausbrüche meines Skippers durch heftiges Schulterklopfen mit Hand und Pinnenverlängerung deutlich zu spüren. Nur die lästige Schwimmwestenpflicht bewahrte mich vor ernsthafteren Verletzungen.
Also lasst Euch sagen: „ Schwimmwesten machen Sinn!“
Das Superergebnis aus der Sicht des WVG 1928 e.V. rundeten Andreas und Martin als 6., Fredi als 8. und Brösel als 19. ab.
Einer zünftigen Siegerehrung stand nun nichts mehr im Weg. Nach der Medaillenzeremonie lud der BSV zu einem tollen Meisterschaftsdinner ein.
Dann begann endlich die von allen erwartete Meisterfeier. Willem hatte ja schon mehrere Tage ( und Nächte ) Zeit gehabt, die Segler auf seine Mucke einzustimmen. Er schaffte es sogar, tanzbare Musik zu spielen. Das von Svenja und Butze spendierte Fass Bier war vermutlich das kostenintensivste in der langen Meisterschaftsgeschichte. Geschmeckt hat es uns trotzdem. Die Party entwickelte sich im weiteren Verlauf zu einer Massentaufe mit den beiden Jugendmeistern in den Hauptrollen. Auch hier zeigte sich, wie gut Jung und Alt sich ergänzen, denn ohne die fachmännische Auswahl der “ Opfer “ durch den kleinen Peter wäre der Kelch wohl an einigen Senioren vorbei gegangen.
Morgens gegen 5:30 Uhr stellte sich heraus, dass unser neuer Zeltplatz suboptimal gewählt war, da wir direkt neben dem Meisterbus standen und Svenja für Butze TECHNO zum Einschlafen auflegte. Svenjas und Frieders Samariterdienste waren damit noch nicht beendet. Uneigennützig gingen sie ans Werk und halfen einigen gerade ins Bett gegangenen beim Abbau ihrer Zelte. Wieviele neue Freunde sie sich damit machten, bleibt offen. Die Betroffenen zeigten sich dankbar und halfen ihrerseits beim Wiederabladen des Piraten sowie des dazugehörenden, wenn auch nicht ganz vollständig ausgeführten Radwechsels.
Bleibt zum Abschluss noch ein großes Lob an den BSV für die
Durchführung der IDM / IDJM. Neben der Arbeit auf dem Wasser muss ein besonderer Dank der Landcrew und der Gastronomie gelten.
In Güstrow angekommen wurden wir mit weithin sichtbaren Glückwunschplakaten empfangen. Bei einer vereinsinternen Feier wurde noch viel über hier nicht erwähnte Episoden gelacht.

JENS  &  LOLEK
GER 4299