In der Woche vor dem Aaseepokal wurde ich für die letzte Regatta in diesem Jahr noch einmal richtig rausgeputzt. Freitagmittag ging es Richtung Münster los. Nach gut drei Stunden Fahrzeit dank zwei Staus kamen wir heile in Münster am Aasee an. Bei der steilen Abfahrt neben dem Clubhaus sackte mir kurz das Herz ins Kielschwein, doch danach wurde ich liebevoll aufgebaut und für die Nacht gebettet. Im Laufe des Abends kamen immer mehr Kollegen, die neben mir abgestellt wurden. So schlief ich entspannt ein, wurde jedoch mitten in der Nacht durch Regen geweckt. Wasser von unten bin ich ja gewöhnt, aber von oben muss es im Lager nicht unbedingt sein.
Pünktlich um 9 Uhr wurde ich am Samstag geweckt. Die Fock wurde gesetzt und danach ging es an den Kran und ab ins Wasser. Ein schöner Liegeplatz mit Fender und Festmacher war vorbereitet, sodass ich mich bis zum Start an die kühleren Wassertemperaturen gewöhnen konnte. Nach der Steuermannsbesprechung kam mein Steuermann Butze mit Vorschoterin Flurina an Bord, und wir machten uns langsam auf den Weg Richtung Start.
Pünktlich um 13:15 Uhr fiel der Startschuss. Der Wind kam aus einer ungewöhnlichen Richtung, sodass wir kaum Wenden fahren mussten und es für mich recht entspannt war. Das Feld hielt sich anfangs etwas zurück, doch auf der Zielgeraden überspurteten uns noch drei Boote. Der guten Stimmung an Bord tat das jedoch keinen Abbruch. Zurück am Liegeplatz warteten bereits Svenja und Femke auf uns. Die Nummer im Segel wurde schnell umgeklebt und schon ging es wieder los. In dieser Wettfahrt hielt ich mich erst etwas zurück, schaltete dann aber zwei Gänge hoch und meine Kollegen waren so freundlich, vor der Leetonne auf mich zu warten. Am Ende reichte es für einen starken 2. Platz. Anschließend ging es zurück zum Steg, wo Butze und Flu wieder mein Ruder übernahmen.
Gemeinsam trieben wir noch gut 30 Minuten auf dem Aasee herum, doch für eine weitere Wettfahrt reichte der Wind am Samstag nicht mehr. Nach dem Stegbier und einem leckeren Abendessen verlagerte sich das Geschehen in die Bootshalle. Die Münsteraner hatten sich beim Schmücken wieder mächtig ins Zeug gelegt und die Halle passend zum Motto ABBAasee – Gimme! Gimme! Gimme! (A Beer After Midnight) in ein glitzerndes Disco-Paradies verwandelt. Ein absolutes Highlight war die Prämierung der besten Outfits, bei der die Crews in spektakulären Retro-Kostümen glänzten. Ich lag derweil sicher im Wasser und hörte die Bässe aus der Halle wummern – ein echter ABBAasee eben.
Der Sonntag brachte eine bessere Windrichtung, aber weiterhin eine sehr leichte Brise. Butze und Flu übernahmen wieder das Steuer und endlich konnte auch der Spinnaker gesetzt werden. Es galt, Ruhe zu bewahren und die leichten Böen optimal mitzunehmen. Die beiden segelten eine solide Wettfahrt und brachten mich auf dem 3. Platz ins Ziel.
Direkt danach stand der nächste Crew-Wechsel an. Diesmal durfte Svenja mit Emma an Bord. Die Wettfahrtleitung hatte schließlich ein Einsehen mit dem leichten Wind und verkündete eine Bahnabkürzung. Svenja und Emma behielten die Nerven und steuerten mich auf einem 4. Platz über die Ziellinie.
Damit war der seglerische Teil des Wochenendes beendet. Ich wurde wieder ausgekrant und sorgfältig in meine Persenninge eingepackt. Während ich reisefertig auf dem Trailer wartete, ging es für meine Besatzungen zur Siegerehrung. Und da gab es unter uns Booten ordentlich was zu feiern: Meine Kollegin Konstanze (mit Andreas und Christine an Bord) war an diesem Wochenende einfach nicht zu stoppen und schnappte sich mit zwei souveränen ersten Plätzen den verdienten Gesamtsieg. Direkt dahinter machte die pirate passion (mit Carsten und Vivian) den Silberrang klar. Und ich? Ich durfte mich bei insgesamt 70 teilnehmenden Teams über den 3. und 4. Platz in der Gesamtwertung freuen. Was für ein tolles Teamergebnis!
Danach traten wir die Heimfahrt an – ein rundum gelungener Saisonabschluss in Münster.

Euer Küstenkind
(gesegelt von Butze, Emma, Femke, Flurina und Svenja)

Danke für die Fotos, Ela!

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