Ich war nicht zum ersten Mal in Istanbul, wie sicherlich die meisten der Piratensegler. Der Schmelztiegel der Kulturen des Orients und des Okzidents  – ein Moloch.  Aber, es ist eine der faszinierendsten Städte, die ich kenne. Mit einer magischen Anziehungskraft, aber dort wohnen … nein ich liebe die Mecklenburger Beschaulichkeit.

Dort in der Bucht zwischen dem südlichen Istanbul (Stadtteil Musla) und der Stadt Bayramoğlu soll also im nächsten Jahr vom 15. bis 20.September 2014 der Worldcup der Piraten stattfinden. Die Stadtgrenzen sind fließend, nicht erkennbar. Im Istanbul wohnen geschätzt ca. 15 Mill. Einwohner, im Großraum von Istanbul wohnen nach Expertenmeinung mehr als 20 Millionen Menschen, die Stadt hat eine riesige Ausdehnung.

Am Vermessungslehrgang nahmen über 20 Personen, Piratensegler aber auch der türkische Landestrainer für die 420er und Laser 4.7 teil. Er war selbst bis 2005 Piratensegler und einfach an den deutschen  Vermessungsregeln für den Piraten und den Messmethoden, wie alle anderen Teilnehmer des Lehrgangs auch, interessiert. Selbst aus Ankara waren Segler angerreist 600 km entfernt), um am Lehrgang teilzunehmen. In der Türkei segeln z.Zt. ca. 100 Piraten, davon gehen ca. 30 bis 40 Piraten zu den Meisterschaften an den Start. Er wird im Raum Istanbul, Izmit und Ankara gesegelt, man ist bemüht weitere Landesteile einzubeziehen und das bei den Riesenentfernungen. Hinter dem Ganzen stand und steht Erman der türkische Präsident der Piratenklasse, der mit Akribie und der ihm innewohnenden Kraft in Sachen Pirat etwas auf die Beine gestellt hat und weiter stellt, was seinesgleichen sucht. Enorm und höchst imponierend.

Beeindruckt haben Helmut und mich der gesamte Ablauf, die Organisation, die Disziplin, die Ausdauer, die Wissbegierigkeit. Das ganze über zwei Tage in jeweils ca. 7 bis 8 Stunden plus Abendprogramm. Die Kommunikation  lief in Deutsch, Englisch und Türkisch(da war unser Anteil bescheiden- aber Helmut lernt ja gerade türkisch und kann sich tatsächlich verständigen….). Übersetzt wurde von Pinal einer Seglerin, bei der man merkte, dass sie vom Fach ist (jahrelang türkischer Nationalmannschaft im 470er, heute in mehreren Bootsklassen zu Hause (u.a. auch im Piraten). Der Lehrgang fand in einer Saisongaststätte direkt am Strand statt, die man kurzerhand ausgeräumt hatte und zwei in der Türkei gebaute Piraten standen auf Böcken zur Vermessung parat. Im Außenbereich waren entsprechende Stellagen und digitale Waagen vorhanden. Die Messgeräte und Hilfsmittel, die nicht vorhanden waren, wurden in Windeseile herbeigeschafft. Erstaunlich welche Präzisionsmessgeräte  dort verfügbar waren.  Der ausrichtende Bayramoğlu Sailing Club (Bayramoğlu Yelken Kulübü) hatte sowohl die Piraten zur Vermessung herbeigeschafft als wohl auch den größten Anteil an der Organisation getragen. In der Mittagspause des zweiten Tages wurde sowohl der Club, der Sattelplatz, der Zeltplatz – Stellplatz für Wohnmobile und die Bootsbauwerkstatt inspiziert. Es liegt alles sehr nahe beieinander bzw. an einem Fleck nur zu den Hotels muss man 5 min Fußweg in Kauf nehmen. Der Ort selbst ist vornehmlich ein Ort für Türkeiurlauber (viele haben hier Ferienwohnungen) und Geschäftsreisende. Es gibt gleich neben dem Sattelplatz unzählige kleine Gaststätten mit vernünftigen Preisen (es wird aber nicht in allen Alkohol ausgeschenkt!) und Einkaufsmöglichkeiten, die fast rund um die Uhr geöffnet haben. Ein Bankomat, der fast alle Karten bedient, ist gleich am Sattelplatz, Euros werden genommen. Die Temperaturen im Sommer sollen sich bei 25° bis 30° C bewegen, Wassertemperatur über 20°. Es gibt auch eine Windgarantie aus Nordost, über die Berge aus Richtung Schwarzem Meer oder Südwest aus dem Mittelmeer. Andere Richtungen kennt der Wind dort nicht. In der Bucht ist kein Schiffsverkehr, die Welle soll annehmbar sein, da die Bucht doch sehr geschützt liegt. Also ein Revier für alle!! Nicht nur für Svenja und Butze.

Mit den Hotels, Pensionen und evtl. auch Ferienwohnungen sind entsprechende Verhandlungen geführt worden. Das Hotel in dem Helmut und ich untergebracht waren hat uns auf Nachfrage ein Angebot gemacht (bei rechtzeitiger Buchung) von 55 EUR pro DZ mit Frühstück (Sonderpreis Teilnehmer Worldcup), das empfanden wir als super. Beim Frühstück müsste man allerdings ein paar deutsche Lebensmittel mitnehmen (Salami, Schinken, Käse), aber auch das einheimische ist völlig ok. Die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Beim Flüge Buchen sollte man versuchen den Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen  anzufliegen, der liegt nur 15 min Autofahrt vom Regattaort entfernt!

Also eigentlich ist alles gesagt. Während der Segeltage plant man, den Teilnehmern  auch Istanbul näher zu bringen. Aus eigener Einschätzung würde ich empfehlen ein paar Tage vorher anzu- oder später abzureisen und direkt in Istanbul ein Hotel zu buchen. Es lohnt sich allemal, auch wenn man schon zigmal dort war, gibt es immer wieder neues zu sehen und zu erleben.

Last not least, wir denken, es wird eine tolle Veranstaltung, die Gastfreundschaft der Türken sucht ihresgleichen. Wir sollten dort in großer Zahl aufschlagen, die Türken waren im Jahr 2013 auch schon zwei Mal im Norden

Helmut und ich bedanken uns für die tolle Aufnahme dort vor Ort bei allen, die am Lehrgang teilgenommen und uns betreut haben, aber vor allen Dingen bei Erman!

Danke, wir werden  wir kommen wieder!

A big thank to all the Turkish Pirat Sailors. Thank you so much for your hospitality and you all your efforts to make our stay unforgettable!!! We will come again.

Carsten und Helmut

Impressionen Instanbul 

Vermessungslehrgang Istanbul 

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